November 1930: Austritt aus der Sportgemeinschaft

 

Kameradschaft!
Wir Hamburger Polizisten können es nicht verstehen, dass man den Austritt eines einzelnen Vereins aus einer freiwilligen Organisation – wie in Hamburg der Austritt des H.S.V. aus der Sportgemeinschaft – dazu ausnutzt, um einen sportlichen Boykott derart zuzuspitzen, dass man die einfachsten Gesetze der Kameradschaft und des sportlichen Anstandes mit Füssen trat, indem man unschuldigen und nichtsahnende Provinzvereine straft und den neidvollen Hass auch auf den grünen Rasen überträgt. Als wenn der deutsche Sport nicht schon genug mit Anfeindungen und inneren Zwistigkeiten zu kämpfen hätte.

 

Es ist bezeichnend, dass die Verweigerung der Ehrenkarten an die Angehörigen der Spieler des Rothenbaumvereins durch einen Hamburger Oberligaverein nicht von der Hamburger Großpressen vermerkt worden ist, sondern nur von den auswärtigen Zeitschriften (wenn auch gebührend) zur Kenntnis gebracht worden ist. Ebenso hat das amtliche Norddeutsche Organ das Nichtantreten von Hamburger Großvereinen gegeißelt, die so die Propagierung einer gemeinsamen Sportidee verweigerten.

 

Wenn man sich diese Auswüchse einer sogenannten „Sportgemeinschaft“ vor Augen hält, dann muss man wahrlich denken, dass die schönen Worte von Freundschaft und sportlichem Idealismus kalte Gesten und hohle Phrasen gewesen sind.

 

 

Quelle: HSV-Archiv
Zusammenstellung: HSV-Seniorenrat

HSV-
Archiv
 ===========