Februar 1931: Freistoß-Regeln

 

Schiedsrichter-Ausschuß: Neue Fußballregeln Nr. 10 + 11

Wir bitten alle Schiedsrichter folgende Bekanntmachung zur Kenntnis zu nehmen:
1. Auskunft ob Bezirksspiele für Jugendliche, in Folge schlechten Wetters stattfinden,
können bei nachstehender Adresse eingezogen werden: Herr Beud, Telephon: D2 Klopftod 0625

2. Wir setzen heute die Regelbesprechung der neuen Fußballregeln 10 + 11 fort

 

Regel Nr. 10: Indirekter Freistöße:

 

Die früheren Regeln sprachen stets von Freistoß und Strafstoß, während es jetzt heißt direkter und indirekter Freistoß.

 

Der Name indirekt sagt ja bereits, dass aus diesem ein Tor nicht direkt erzielt werden kann. Über die Ausführung eines Freistoßes ist zu erwähnen, dass die gegnerische Partei mindestens 9 Meter vom Ball entfernt sein soll, oder auf der Torlinie stehen darf.

 

Spieler; die hiergegen verstoßen, sind zu verwarnen und im Wiederholungsfalle des Platzes zu verweisen.

 

In den Ausführungen für Schiedsrichter ist ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Freistoß erst nach dem Pfiff des Schiedsrichters auszuführen ist. Es ist aber auch notwendig, da der Freistoß ein Vorteil sein soll, mit dem Pfiff nicht zu lange zu warten, damit der Freistoß nicht zu einem Nachteil für die berechtigte Partei wird.

 

Der Ball ist beim Freistoß im Spiel, sobald er getroffen ist – aber er muss eine Strecke zurückgelegt haben, die seinem Umfang entspricht.

 

Wird der Ball vorher ein zweites Mal, also bevor er die Strecke seines Umfangs zurückgelegt hat, von dem gleichen Spieler nochmals getreten, so ist Wiederholung anzuordnen.

 

Kein Freistoß für die Gegenpartei.

 

Freistoß gibt es erst für die Gegenpartei, nachdem der gleiche Spieler den Ball zum zweiten Male berührt, wenn der Ball eine Strecke zurückgelegt hat, die seinem Umfang nicht entspricht.
Von einem indirekten Freistoß kann ein Tor nicht erzielt werden. Der Ball muss von einem zweiten Spieler berührt worden sein.

 

Ein Freistoß kann nach jeder Richtung gestoßen werden.

 

Vorteilsregel:

 

Der Schiedsrichter kann von der Erteilung eines Freistoßes absehen und weiterspielen lassen, wenn die hierzu berechtigte Mannschaft vom Weiterspielen einen Vorteil hat. Der Schiedsrichter sollte aber von der Vorteilsregel nicht immer Gebrauch machen, selbst wenn im Augenblick ein Vorteil für die zum Freistoß berechtigte Partei herausschaut. Z.B. beim Elfmeterstoß, der immer ein Vorteil ist, wenn nicht gerade der unfair behandelte Spieler den Ball selbst in Tor schießt. Die Behandlung der Vorteilsregel ist sehr viel Gefühlssache. Wenn aber das Spiel einmal durch einen Pfiff unterbrochen ist, muss es regelgerecht wieder in Gang gebracht werden.

 

Regel Nr. 11: Direkter Freistoß

 

Ein Tor kann direkt durch einen Eckball erzielt werden, außerdem aus allen Verstößen gegen die Regel 9, nicht aber aus sonstigen Freistößen.

 

Die Freistöße gegen Regel 9 sind Freistöße, die verhängt werden wegen Beinstellen und Unterlaufen, Treten, Anspringen, Halter, Stoßen, heftiges und gefährliches Rempeln, regelwidriges Rempeln von hinten oder spielen des Balles mit der Hand.

 

In sämtlichen anderen Fällen darf nur, wie bereits oben gesagt, ein Freistoß indirekt verhängt werden.

 

Zur besseren Übersicht wird nachstehend eine Aufstellung der Regelverstöße gebracht, die durch einen indirekten Freistoß zu ahnden sind:

 

 

Quelle: HSV-Archiv
Zusammenstellung: HSV-Seniorenrat

HSV-
Archiv
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