Februar 1931: Groß-Hamburger Meister

 

HSV zum 10. mal Groß-Hamburger Meister

Wechselreich und schicksalhaft, wie die ganze Zeit, gestaltet sich auch für den HSV die soeben beendete Serie der Punktspiele um die Groß-Hamburger Fußball-Meisterschaft.  Wenn sie uns letzten Endes die mit sicherem Vorsprung erreichte Meisterschaft bescherte, und wenn der Verein nach Überwindung vorübergehender kritischer Stunden heute nach innen wie nach außen gefestigter und erfolgreicher denn je dasteht, dann mag dies eine vielverheißende Ankündigung für eine allgemeine bessere Zukunft sein.

 

Unsere Ligamannschaft vermochte, mit der Erringung des Titels, zum zehnten Mal in ununterbrochener Reihenfolge, die Hamburger Meisterschaft mit den Farben unseres Vereins zu verbinden. Sie verbrachte damit eine denkwürdige Leistung, die die, nach wie vor, führende Stellung des Hamburger Sport-Verein im Fußballsport in seiner Heimatstadt nachdrücklich unterstreicht. Ein jeder HSVer wird diesen Erfolg seines Vereins mit Freude und stolzer Genugtuung begrüßen und der Zukunftsentwicklung weiterhin mit Vertrauen entgegensehen.

 

Zum Abschluss der Spielzeit, zeigt die Tabellenspitze folgendes Aussehen:

 

Verein Sp G U V Tore Pkte.
Hanburger SV 18 14 1 3 58:22 29
Union 18 10 2 6 45:41 22
Altona 93 18 9 3 6 54:45 21
Victoria 18 7 6 5 50:40 20
FC St. Pauli 18 8 2 8 38:42 18

 

Der diesjährige Meistertitel wurde in altgewohnter Weise und wieder mit klarem Vorsprung errungen. Ein Blick auf die Tabelle zeigt anhand des Torverhältnisses, sowie unter Berücksichtigung der gewonnenen Spiele, dass der Hamburger SV aufgrund seiner Leistungen verdientermaßen Meister wurde und nach wie vor als spielstärkster Verein von Groß-Hamburg zu gelten hat.

 

Es war in der verflossenen Saison ein besonderer Aufwand an aufopfernder Tätigkeit und sorgender Verantwortlichkeit nötig, um das Ziel der 10. Meisterschaft zu erringen. Ein jeder Freund und Anhänger unseres Vereins weiß um die Folgen und Auswirkungen dieser bewegten und schweren Zeit, die wir, gleich anderer Großvereine nachdrücklicher zu verspüren hatten.

 

Die finanzielle Lage des Vereins, der seinen Etat in erster Linie auf den Mitgliedsbeiträgen aufzubauen bemüht war, erlitt starke Beeinträchtigungen durch das Ausbleiben vieler Mitgliedsbeiträge, wie auch der unvermeidliche Rückgang der Mitgliederzahl. Die wirtschaftliche Not vieler Mitglieder schlug tiefe Wunden, und die Vereinsleitung verrichtete wahre Sisyphusarbeit, um die Finanzlage zu balanzieren. Hinzu kam der merkliche Zuschauerschwund bei den Punktspielen, was erst mit dem steigenden Interesse an den entscheidenden Punkt-spielen zum Ende der Saison überwunden wurde.

 

 

Quelle: HSV-Archiv
Zusammenstellung: HSV-Seniorenrat

HSV-
Archiv
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