Februar 1941: Feldpost

 

Die Feldpost hat das Wort

Was soll man dazu sagen, wenn 2 Kameraden einen Gruß senden, aber so sehr man auch die Karte und den Brief dreht und wendet, nicht einmal eine Unterschrift ist zu finden. Allerdings ist mir die Schrift der beiden Sünder schon einmal begegnet. Also ihr Beiden „unbekannten“ Sünder, nehmt unseren herzlichen Dank für euer Gedenken an unseren Verein und die Kameraden daheim entgegen. Setzt dem nächsten Gruß bitte euren Namen fein säuberlich dazu, damit ihr nicht zu den feldgrauen HSVern gehört, die sich bisher noch nicht gemeldet haben.

 

Und so gilt unser Gruß gleichzeitig als Ermahnung an alle HSVer, die noch keine Zeit hatten, ihrem HSV einen Gruß zu schicken. Lasst alle recht bald etwas von euch hören, denn wir sind alle sehr an eurem Wohlergehen interessiert und möchten gerne die Verbindung zu allen Kameraden aufrechterhalten.

 

Kamerad Fleischmann hat uns wieder einmal geschrieben, aus der ich eine kleine nette Episode berichten kann.

„Im engeren Wirkungskreis bin ich als Fernsprecher tätig. Bemerken muss ich, das eine meiner Vermittlungsstellen die Kennung HV hat. Und eines Tages klingen mir beim Vermitteln die 3 Buchstaben entgegen: „Hier HSV“ …….!

Der Kontakt mit diesem Teilnehmer war sofort hergestellt. So ist unser HSV also überall bekannt. Im Übrigen wurde Kamerad Fleischmann zum Gefreiten befördert.

 

Richard Bothke, unser treuer Jugendleiter, grüßt seine Jugend und hofft, dass sie weiterhin so eisern trainieren wie bisher. Den Sieg über den ETV hat er natürlich auch ganz besonders gefeiert.

 

Helmut Kallmann erkundigt sich voller Sorge nach dem Geschehen in unserem Verein.Wenn man allerdings, so wie du lieber Helmut, in halb Europa herumkutschiert, dann darf man sich nicht wundern, wenn dich unsere Klubzeitung nicht immer erreichen kann.

Nun, inzwischen werden Dich wohl wieder Nachrichten erreicht haben. Der Rothenbaum-Löwe lebt noch und versteht fest zuzupacken – trotz der schwierigen Zeiten.

 

Erich Knappe hat wieder einmal etwas von seiner kleinen Insel hören lassen. Es geht ihm gut. Allerdings ist es ein Kunststück, soviel auf ein so kleines Stück Papier zu schreiben. Werde uns nur nicht zu faul, denn nach dem Kriege sollst du dich wieder eisern als Fußballspieler, mit hoffentlich recht großem Erfolg, betätigen.

 

Walter Raun grüßt alle Ligakameraden und hofft, dass sie auch ganz sicher die Meisterschaft erringen werden.

 

Kamerad Stuckenbrook lässt alle Kameraden grüßen und teilt uns mit, dass er seine Beitragszahlung wieder aufnehmen will, um unseren Verein in dieser schweren Zeit zu unterstützen.

 

 

Quelle: HSV-Archiv
Zusammenstellung: HSV-Seniorenrat

HSV-
Archiv
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