Februar 1941: Sport in Kriegszeiten

 

Wie wir darüber denken

In der letzten Vereinszeitung deutete ich einige der Schwierigkeiten an, die unsere verantwortlichen Männer täglich und stündlich in heutiger Zeit haben. Diese immer wieder in neuer Gestalt auftauchenden Widerstände erstrecken sich wohl in erster Linie auf die Liga, um diese in einigermaßen Kampfstärke herausbringen zu können – aber die gleichen Schwierigkeiten bestehen für alle Abteilungen des HSV. Welches Maß von Arbeit und Umsicht es erfordert, um in allen Abteilungen nicht nur durchzuhalten, sondern, wie es bei uns Sonntag für Sonntag der Fall ist, dabei immer wieder mit herausragenden sportlichen Erfolgen aufzuwarten, davon kann sich ein Außenstehender schlechthin keine Vorstellungen machen.

 

 Sieht es nach außen nicht so aus, dass trotz Krieg, trotz der Einberufungen, alles beim Alten ist, alles wie am Schnürchen läuft?

 

Unsere Liga in 16 Spielen ungeschlagen, ja ohne Punktverlust trotz aller Mannschafts-schwierigkeiten – gute Erfolge unserer Handballer, Leichtathleten, Tischtennisspieler und der anderen Abteilungen.

 

Hut ab vor den dafür Verantwortlichen, den Abteilungsleitern und ihren Mitarbeitern und unseren Dank für ihren rastlosen und vorbildlichen Einsatz. Wenn ein Kamerad einberufen wird, springt immer wieder ein Anderer in die Bresche, um für den Erfolg zu kämpfen und alles zu geben. So muss es sein und bleiben! Seit Kriegsbeginn hat unser HSV annähernd 900 Einberufungen zu verzeichnen. Welchen Wert erreicht erst – angesichts dieser Tatsache – der ungebrochene, von bedeutenden Erfolgen begleitende vielseitige sportliche Betrieb unseres Vereins!

 

 Niemand darf sich in dieser schweren Zeit eines Sportvereins, der erbetenen Mitarbeit entziehen – Kameraden, denkt immer daran!

 

 

Quelle: HSV-Archiv
Zusammenstellung: HSV-Seniorenrat

HSV-
Archiv
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