Dezember 1960: Flutlichtanlage im Volkspark-Stadion

 

Flutlichtanlage Brief 1

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
mit großem Bedauern vernahm ich aus der Presse die Nachricht, dass der HSV-Antrag auf Errichtung einer Flutlichtanlage nicht genehmigt wurde. Wenn ich mich hier zum Sprecher eines großen Sportlerkreises mache – ich bin neben meiner Schultätigkeit Trainer des Amateurvereins SK Lüneburg -, geschieht das aus folgenden Gründen:

 

Es ist uns Sportler unerklärlich, dass eine Stadt wie Hamburg die finanziellen Mittel nicht aufbringen kann, eine Flutlichtanlage zu errichten, wo z.B. Bremen und selbst Lübeck solch eine Anlage besitzen.

 

Der HSV hat durch seine Spielstärke Millionenbeträge eingenommen und Millionen-beträge der Stadt zufließen lassen. Der HSV ist wohl der geachtetste Verein in Deutschland, weil er durch seine vorbildliche Breitenarbeit zahlreichen Jugendlichen eine echte Freizeitbetätigung ermöglicht und dadurch einen bedeutsamen pädagogischen Beitrag erfüllt. Wenn der HSV seine Europapokalspiele in einer anderen Stadt austragen müsste, würden der Stadt Hamburg bedeutende Gelder verloren gehen.

 

 Flutlichtanlage Brief 1

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
als Vertreter aller Lehrlinge und Jungangestellte unseres Betriebes, die fast alle begeisterte Anhänger der HSV sind, möchten wir Sie fragen, ob Sie alle Möglichkeiten zur Erreichung des Zieles, eine Flutlichtanlage im Stadion zu bauen, geprüft und auch ausgeschöpft haben?

 

Wir wissen, dass die Errichtung einer derartigen Anlage mit hohen Kosten verbunden, und die Unterstützung der Hamburger Bürgerschaft erforderlich ist. Wenn diese sich nach Erringung der Deutschen Meisterschaft mit der Errichtung einverstanden erklärt hat, dann muss sie auch zu ihrem Wort stehen und kann nicht einfach die getroffene Planung wieder verwerfen.

 

Sollte die Hamburger Bürgerschaft auch weiterhin auf ihren zuletzt geäußerten Standpunkt beharren, so wären wir bereit, mit Fackeln und Kerzen ins Stadion zu ziehen, damit der HSV sein Europa-Cup-Spiel gegen Bern am Abend bestreiten könnte.

 

Welch eine Blamage wäre das für die Stadt Hamburg und ihre Bürgerschaft!

 

 

Quelle: HSV-Archiv
Zusammenstellung: HSV-Seniorenrat

HSV-
Archiv
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