Februar 1961: Terminstreit mit FC Burnley

 

Der Fußball stand im Januar im Zeichen des Spiels unserer Ligamannschaft gegen den FC Burnley. Unsere Mannschaft hat, nach einem guten Spiel, mit 1 : 3 verloren. Die Entscheidung fällt nun in Rückspiel am 15. März in Hamburg.

 

Vor dem Spiel in Burnley konnte man „aufregende Dinge“ in der beliebten Hamburger 10-Pfennigs-Zeitung mit der Millionenauflage lesen. Da hieß es u. a.:

 

„Harte Worte gegen HSV“; Trainer Mahlmann braucht nicht zu kommen“!

„HSV – zeige Dich als Gentleman“!

 

Und einen Tag später las man:

 

„HSV MUSS am 18.Januar in Burnley spielen“!

 „Der Terminkrieg ist beendet“!

„Die UEFA hat ein Machtwort gesprochen“!

 

Wenn man das las, musste man vermuten, es fände ein erbitterter Krieg zwischen dem HSV und dem FC Burnley statt. Sicherlich gab das schöne Schlagzeilen her. Nur ein kleiner Fehler war dabei: Dieser angebliche Terminstreit fand nur auf den Redaktionstischen der Bild-Zeitung statt. In Wirklichkeit gab es diesen Streit gar nicht.

 

Was war denn wirklich geschehen?

Die UEFA überlässt es den am Europacup beteiligten Vereinen, sich über die Termine zu einigen. Für diese Runde stand ein zeitlich sehr großer Rahmen zur Verfügung. Es ist daher nur zu verständlich, dass alle Vereine bemüht waren, die für sie selbst günstigsten Termine zu bekommen. Das gilt für den HSV ebenso wie für den FC Burnley. Das hat nichts mit einem Krieg oder gar irgendwelcher Feindschaften zwischen den Vereinen zu tun. Es ist normal und ein legitimes Mittel, um sich in der Runde eine günstige Ausgangsposition zu verschaffen.

 

Da die beiden Vereine sich nicht auf Termine einigen konnten, musste dann, wie es die Bestimmungen vorsehen, die UEFA entscheiden. An dieser Geschichte ist nichts Aufregendes oder gar Sonderbares. Es sei denn, man will unter allen Umständen eine zugkräftige Schlagzeile liefern.

 

Was uns nicht gefallen hat, ist die Tatsache, dass die Sportredaktion der Bild-Zeitung in den entscheidenden Verhandlungstagen es für richtig hielt, dem HSV in den Rücken zu fallen. Die Bild-Zeitung hat sich hinter unserem Rücken direkt mit dem FC Burnley in Verbindung gesetzt.

 

Wir können natürlich nicht beurteilen, ob das unsere Verhandlungsposition geschwächt hat.

 

 

Quelle: HSV-Archiv
Zusammenstellung: HSV-Seniorenrat

HSV-
Archiv
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