Oktober 1980: Jochen Meinke

Talentschmiede für Morgen

 

Wenn es innerhalb des HSV eine Institution gibt, dann ist dies Jochen Meinke. Einst aus der Mannschaft eben so wenig wegzudenken wie Uwe Seeler, ist er heute als Koordinator im Leistungszentrum Ochsenzoll tätig.

 

Jochen Meinke Jochens Aufgabenbereich umfasst, neben dem gesamten Amateurbereich, die Förderung der Jugend – unserem Kapital von Morgen. Als zielstrebiger Sachwalter hat er klare Vorstellungen von dieser Funktion: „Ich bin für die der Bundesliga unterstellten Mannschaften zuständig. Neben den Amateuren sind das in erster Linie die beiden A-Jugend-Mannschaften sowie die B-Jugend-Leistungsmannschaft.“ Ziel dieser Aktion ist es, die besten aus den Jugendmannschaften innerhalb eines „Vier-Jahres-Plans“ weiter zu fördern und sie an das Leistungsniveau der Bundesliga heranzuführen.

 

Jochen gehört zu den HSVern, die immer bereit waren Verantwortung zu übernehmen. Als die Bundesliga-Mannschaft in der Saison 73/74 in Abstiegsgefahr geriet, und Präsident Dr. Horst Barrelet sie um Hilfe gebeten hatte, stellten sich Jochen und Uwe als Berater von Trainer Klaus Ochs zur Verfügung.

 

Jochen Meinke: „Sowohl Uwe als auch ich wussten, dass wir damit ein Risiko und eine große Verantwortung eingingen. Im Nachhinein hatten wir großen Glück die Klasse zu halten. Wenn ich daran denke, wie der damals blutjunge Peter Hidien, bei unserem Spiel gegen Eintracht Frankfurt (3:1), den Jürgen Grabowski nassgemacht hat, das war schön.“ Unter Ochs, Seeler, Meinke wurde Manfred Kaltz zum Stammspieler, Casper Memering immer wieder eingesetzt und Horst Heese zum „HSV-Retter“.

 

Jochen Meinke kam 1949 zu seinem ersten Ligaeinsatz und war später 12 Jahre Stamm-spieler. Der HSV wurde in seiner Zeit 14mal Meister der Oberliga-Nord. „Höhepunkte waren natürlich die Deutsche Meisterschaft 1960 und unsere Begegnungen im Europapokal der Landesmeister. Als wir 1962 innerhalb von 14 Tagen gegen den FC Santos, um Punkte gegen Werder Bremen und anschließend gegen Benfica Lissabon spielten, kamen rund 200.000 Zuschauer.“

 

Es spricht für Jochen, dass er ohne jede Spur von Neid auf die Großverdiener im heutigen Bundesliga-Geschäft blickt. „Ich möchte die damalige Zeit nicht missen. So kurz nach dem Krieg, haben auch wir Fußballspieler an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung partizipiert. Man kann das alles sicher nicht vergleichen, aber ich möchte bezweifeln, dass der Großteil der Spieler heute zufriedener ist. Der Kontakt zu den Mannschaftskameraden von damals besteht nach wie vor. Und da ist es, als wären wir jede Woche zusammen. Einfach schön.“

 

 

Quelle: HSV-Archiv
Zusammenstellung: HSV-Seniorenrat

HSV-
Archiv
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