Dezember 1980: PSV Eindhoven (UEFA-Pokal)

"schwerer kann es nicht mehr werden"

War das eine Zitterpartie! Keine Frage, das Rückspiel im UEFA-Pokal gegen der PSV Eindhoven wurde von einigen Spielern unserer Mannschaft zu leicht genommen. Nach dem 1:1 aus dem Hinspiel schien die Sache gelaufen. Da half es auch nicht, dass Trainer Branco Zebec 14 Tage lang predigte: „Leute unterschätzt die Holländer nicht. Ich habe die Mannschaft beim 6:1 Auswärtssieg in Tilburg gegen Willem II gesehen. Auswärts ist der PSV stärker als im eigenen Stadion.

 

Und in der Tat. Die Holländer waren in Hamburg verdammt stark. 46.000 Zuschauer mussten buchstäblich bis zur letzten Minute zittern, ehe der Sieg unter Dach und Fach war. Präsident Dr. Wolfgang Klein: „Wenn man bedenkt, dass wir bei 46.000 Zuschauern immerhin 782.000 Mark eingenommen haben, dann kann man erkennen, wie wichtig ein Weiterkommen gerade in diesem Wettbewerb ist.“

 

PSV Eindhoven Eindhoven war ohne der verletzten Libero Stevens angereist. Doch dies machte die An-gelegenheit eher komplizierter. Denn Stevens Position übernahm Willy van de Kerkhof - und der ist bekanntlich mit allen Wassern gewaschen. Als Vorstopper fungierte Ernie Brandts – auch keiner von der Gilde, die den Fuß zurückziehen. Sicher, unsere Mannschaft bestimmte weitgehend das Geschehen, aber bei den Kontern der Eindhovener brannte es jeweils lichterloh im HSV-Strafraum. Fast schon ein Kunststück brachte dabei Postuma fertig, der in der 24.Minute völlig frei vor Koitka auftauchte, den Ball dann aber nicht traf. Und wenn sechs Minuten später Poortvliet das 1:0 gelungen wäre – kein HSVer hätte überrascht sein dürfen.

 

Die Wende bahnte sich nach dem Wechsel an. Nach einer feinen Vorlage von Horst Hrubesch erzielte Jürgen Groh ein „Tor des Monats“: Aus vollem Lauf zirkelte er den Ball unhaltbar für Bim Doesburg in der rechten oberen Winkel.

 

Wer nun gedacht hatte, unsere Mannschaft würde mit einem zweiten Tor alles klarmachen, der sah sich getäuscht. In der 63. Minute entschied der Schiedsrichter nach einem Foul ca. 17m vor dem HSV-Tor auf Freistoß für Eindhoven. Spezialist Willy van de Kuylen lief an und der Ball zappelte zum 1:1 im oberen linken Winkel. Jupp Koitka hatte nicht den Hauch eine Chance.

 

Die wütenden HSV-Attacken wurden pariert und Doesburg erwies sich als Klassemann. In der 73. Minute freilich war auch er mit seinem Latein am Ende. Casper Memering hatte geflankt und ein Holländer lenkte den Ball ab. Horst Hrubesch war da und der HSV führte mit 2:1.

 

Jetzt warf Eindhoven alles nach vorne und ein 2:2 hätte das Aus bedeutet. Als Schiedsrichter Konrath nach exakt 90 Minuten abpfiff, fiel nicht nur dem Schatzmeister ein Stein vom Herzen. Präsident Dr. Klein: „Schwerer kann’s jetzt eigentlich nicht mehr werden. Zuerst Sarajevo, dann Eindhoven – schwerere Mannschaften sind eigentlich nicht mehr im Wettbewerb.“

 

 

Quelle: HSV-Archiv
Zusammenstellung: HSV-Seniorenrat

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Archiv
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