Fußball 1950 - 1954

Juli 1950: Dritte Mannschaft Meister

Unsere Dritte ist ungeschlagener Hamburger Meister

Von allen unteren Mannschaften hat die Dritte seit Beginn der Spielzeit leistungsmäßig eine Sonderstellung eingenommen. Schon nach den ersten Punktspielen aussichtsreich im Rennen liegend, baute die Elf ihre Spitzenstellung durch eine andauernd überdurch-schnittliche Leistung von Spiel zu Spiel weiter aus. In wahrhaft imponierenden Spielen, wurde mit 15 : 1 Punkten zunächst die Herbstmeisterschaft gesichert.

 

Auch in der Frühjahresserie konnte der Siegeszug mit 2 : ! (Polizei), 8 : 1 (Altona 93), 3 : 1 (Sperber), und 5 : 1 (TuS) fort-gesetzt werden. Ein 0:0 gegen Union bewies erneut, dass keine Mannschaft vor unerwarteten Punkt-verlusten verschont bleibt.

Bei sengender Hitze stellte sich die Mannschaft sodann, auf einem dem sportlichen hohnsprechenden und staubigen Schlacke- und Grandplatz, dem FC St.Pauli. Auf dem Heilgengeistfeld konnten unsere Jungs, nach schwerem aber stets überlegen geführten Spiel, einen 4 : 0 Erfolg verbuchen.

 

Obwohl bei Redaktionsschluss noch die Spiele gegen Eimsbüttel und Victoria ausstehen, ist die Hamburger Meisterschaft mit bisher 28 : 2 Punkten und 61 : 14 Toren auf ein-drucksvolle Weise für die Farben unseres HSV gesichert.

 

Die Mannschaft:

 

Juretzka   Hecht    Rehr    Hausch    Ender

     Mantke     Boss     Kluge

Dröge    Grobler    Müller-Seitz

 

Meide den Kümmel und meide das Bier, dann wird ein tüchtiger Sportsmann aus Dir!

 

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Dezember 1950: Kurzmeldungen

Spiele gegen Kaiserslauten und Stuttgart

An zwei ungewöhnliche Triumpfe wird man sich am Rothenbaum wohl immer gerne erinnern.
Der FC Kaiserslautern, der ein halbes Jahr später Deutscher Fußballmeister wurde, wurde mit 7 : 2 überfahren, und musste eine seiner schwersten Niederlagen während seiner Glanzzeit einstecken. Diese elf HSVer errangen am 11.Dezember den grandiosen Sieg:

 

Globisch, Laband, Klette, Ertel, Posipahl, Spundflasche, Krüger, Adamkiewicz, Rohrberg, Woitkowiak und Ebeling.

 

14 Tage später verliert der amtierende Deutsche Meister VfB Stuttgart ebenfalls mit 4 : 3 am Rothenbaum.

 

Stadionbau beschlossen

Stadion Der Hamburger Senat stimmt dem Bau eines Stadions in Bahrenfeld zu und will dem HSV den 1952 ablaufenden Pachtvertrag kündigen. Der HSV wehrt sich dagegen mit Erfolg, weil die Traditionsanlage an Rothenbaum seit nunmehr 50 Jahren existiert und aus dem Hamburger Leben nicht mehr wegzudenken ist.

 

 

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Dezember 1950: Weihnachtswunsch

von Carl Compart (1.Vorsitzender)

Weihnachtswunsch und zugleich mein Wunsch für das Jahr 1951 wäre: Die Mitgliedschaft möge sich zusammenfinden und wieder zu einer großen HSV-Familie werden!Wann wäre dieser Wunsch berechtigter als in diesen weihnachtlichen Tagen, die die Menschen froher und die Herzen milder stimmen.

 

Der verlorene Krieg und die Wirrnisse der Nachkriegszeit gingen nicht spurlos an uns vorbei. Der Kampf um das Dasein stellte täglich harte Forderungen an uns und lies uns eigene Wege gehen – der Sinn für die Gemeinschaft ging uns verloren!Aber wie immer es sei und was uns der Alltag vergessen ließ: Dieses Leben ist nicht nur Geschäft und ein Gegeneinander von Interessen, sondern dass es auch Freude sein kann, wenn wir guten Willens sind!

 

Gewiss, die Tage der Weihnacht sind Höhepunkte, deren reiner Klang vom Lärm des Lebenskampfes übertönt wird. Sicherlich sind selten auch im täglichen Leben die Voraussetzungen gegeben, deren Zusammensetzung die weihnachtliche Manifestation der Liebe ermöglicht.

 

Aber ist denn der eiserne Rhythmus der Realität wirklich ein so unentrinnbarer Lebensakt, wie wir es uns zu glauben angewöhnt haben?Es fehlte uns ganz einfach an dem guten Willen, und damit finden wir zum Kern meines Weihnachtswunsches zurück, der unser aller Geschenk sein wird, wenn wir ihn als unser aller Aufgabe erkannt haben!

 

Die Mitgliedschaft möge wieder zusammenfinden und wieder zu einer Großen HSV-Familie zusammenwachsen!

 

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1951: Heinz Spundflasche

Heinz Spundflasche

Sein Zigarrengeschäft in Ottensen erwarb er bereits 1950. Es trägt heute noch seinen Namen. Heinz Spundflasche starb 1972 an einer Nierenkrankheit. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem alten Ottensener Friedhof am Holstenkamp.

 

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April 1951: Rückblick

Der 23. bringt einen weiteren Sieg. Der VfB Oldenburg wird mit 6 : 4 bezwungen. Am 26. gelingt ein großartiger Sieg mit 3 : 1 in Burnley, der dem HSV hohes Lob der englischen Presse einbringt. In diesem Spiel gelingt Woitkowiak der Hattrick. Im letzten Punktspiel wird in Bremerhaven 2 : 1 gewonnen und damit die 14. Norddeutsche Meisterschaft an den Rothenbaum geholt.

 

Globisch (Warning); Laband, Klette (Börner), Liese, Posipal, Spundflasche (Ertel), Krüger, Adamkiewicz (Harder), Rohrberg, Woitkowiak, Eberling.

 

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August 1951: FC Burnsley, erste Fußballmannschaft von der Insel nach dem Kriege

Am 3.August traf am Abend die Mannschaft vom FC Burnley mit dem KLM-Flieger aus Manchester in Hamburg ein. Große Wiedersehensfreude auf beiden Seiten, denn man hatte unseren Besuch vor einigen Monaten in England noch gut in Erinnerung. Immer wieder hörten wir von dem fabelhaften Eindruck, den unsere Mannschaft dort hinterlassen hatte.

 

Sonnabendvormittag sahen sich unsere Gäste die Stadt an und unser Bürgermeister Herr Brauer hatte zu Ehren der Mannschaft aus Burnley zu einem kleinen Senatsempfang geladen. Natürlich durfte eine Hafenrundfahrt nach dem Empfang nicht fehlen und ab 18:00 Uhr warteten 17.000 Zuschauer gespannt auf das Erscheinen der ersten englischen Club Elf nach dem Krieg in Hamburg.

 

Nach einer feierlichen Begrüßung begann das temporeiche Spiel, aber schon drohten am Horizont dunkle Gewitterwolken. Nach etwa 20 Minuten begann es zu regnen und weitere 10 Minuten später musste Schiedsrichter Penje das Spiel wegen unbespielbaren Platzverhältnissen abpfeifen. Eben vor der Unterbrechung gelang unserer Elf, nach einer schönen Vorlage von Krüger das 1 :0 durch Woitkowiak.

 

Das der Schiedsrichter dieses Spiel nochmals wieder anpfeifen würde, war bei diesen Wassermassen nicht zu erwarten. Was aber niemand erwarten konnte, traf dann doch ein. Die Dränage des Platzes funktionierte hervorragend, und trotzdem das Gewitter noch einige Male zurückkam, konnte das Spiel nach 45 Minuten wieder angepfiffen werden. An dieser Stelle ein besonderes Lob der Platzorganisation, die ihr Bestes gaben, um den Wassermassen Herr zu werden.

 

Wir hatten uns mit unseren Gästen geeinigt, dass noch eine Halbzeit gespielt werden sollte. Ein berechtigter Elfmeter wurde von Spundflasche unhaltbar zum 2 :0 verwandelt. Danach gelang dem FC Burnley in einer Drangperiode doch noch der Anschlusstreffen zum 2 :1. So endete dieser Regenkampf, der nach 15 Jahren erstmals wieder eine englische Clubmannschaft am Rothenbaum sah, leistungsgerecht mit 2 :1 für unseren HSV.

 

Abends fand in den Räumen des Überseeclubs ein Bankett zu Ehren unserer Gäste statt, das bestimmt für alle Beteiligter in schöner Erinnerung bleiben wird und an eine alte Tradition anknüpfte, ausländischen Gästen einen stilvollen Abschied zu bereiten.

 

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September 1951: Das Fußball-ABC

A Anstoß Der Augenblick, in dem sich beide Mannschaften noch als Sieger fühlen.
B Ball Das kleinste Requisit des Fußballspiels, zugleich auch das wichtigste. Der Götze des Fußballspiels.
C Crack Glaubt, dass eine Mannschaft aus einem Hauptdarsteller (er selbst) und 10 Statisten besteht.
D Dribbeln Soloeinlage mit dem Zweck, den Ball möglichst schnell an den Gegner zu verlieren.
E Elfmeter Nervenprobe für Spieler und Zuschauer. Oder, eine kleine Ursache mit einer großen Wirkung. So oder so.
F Foul Eine strafbare Handlung, die jedoch mangels Beweise meist ungeahndet bleibt.
G Gehalt Einigen Vertragsspielern kommt es weniger auf den Gehalt, sondern auf das Gehalt an.
H Halbzeit Zeitpunkt für Mannschaftsbetreuer, ihren Schützlingen Tee, Föhn und Kamm zu reichen.
I Intelligenz Eine Eigenschaft, die auch bei Spielern vereinzelt zu erkennen ist.
J Journalisten Besitzen das Recht, über Spieler zu schimpfen und dafür auch noch Freikarten erhalten.
K Kameradschaft Stand bei Geburt des Fußballs Pate, besitzt im Zeitalter der Cracks Seltenheitswert.
L Linkes Bein Schwache Seite des Fußballers. Verhindert, dass nicht so viele Tore fallen.
M Musterkombination Wenn der Ball so läuft, wie es sich die Spieler vorgestellt haben.
N Niederlage Erkenntnis, dass es widererwarten doch noch bessere Mannschaften Gibt Gesprächsstoff für ½ Jahr gibt.
O Oberliga Das Himmelreich. Sorgt aber dafür, dass die Vereinskasse nicht überläuft.
P Punkte Darf nur in der Mehrzahl gebraucht werden. Niemand kann sie sehen, aber alle sprechen darüber.
Q Querlatte Des Torwarts Freund, des Stürmers Feind.
R Robinsonade Nach dem englische Torwart Robinson. Letzter Ausweg, wenn die Abwehr versagt hat.
S Schiedsrichter Soll der König des Spiels sein. Entpuppt leider immer wieder als blinder Bauer.
T Toto Beliebtestes Gesellschaftsspiel der Welt. Dauert 7 Tage, 6 spannungsreiche Wochentage und einen verdorbenen Sonntag.
U Umstellung Wird 5 Minuten vor Spielschluss angewandt, wenn die Stürmer noch nicht ausreichend Tore geschossen haben.
V Vertrag Ruhekissen für Profis, auf dem sie sich nach einer Glanztat ein Jahr lang ausruhen können.
W Wimpel Wird vor Freundschaftsspielen überreicht, in der Hoffnung später auch einen für das Vereinsheim zu bekommen.
XY Bezeichnung für Spieler unterer Amateurklassen.
Z Zuschauer Glaubt durch den Erwerb einer Eintrittskarte berechtigt zu sein, nach Belieben pfeifen und schreien zu dürfen.

 

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September 1951: Rückblick

Der September steht voll im Zeichen des Fußballs. Am 2. schlägt der HSV am Rothenbaum Arminia Hannover mit 7: 2, das Spiel gegen Göttingen geht am 9. mit 1: 2 verloren. Am 15. wird der ETV mit 5: 2 besiegt. Im letzten Spiel des Monats gegen Eintracht Osnabrück erreicht der HSV nur ein 2: 2. Am Länderspiel in Wien ist Jupp Posipahl beteiligt. Die Nationalmannschaft gewinnt am 23. gegen Österreich mit 2: 0.

 

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Oktober 1951: Rückblick

Die Liga hat die Herbstserie beendet und der HSV steht ungeschlagen und als Herbstmeister an der Spitze der Hamburger Oberliga. Von den 9 Spielen hat unsere Mannschaft 8 gewonnen, nur eines unentschieden gespielt und keines verloren. Auch unser Torverhältnis ist mit 43: 15 beeindrucken und unser Punktekonto weißt ein 17: 1 Verhältnis auf.

 

Der nächstbeste Verein, Altona 93, hat bereits 4 Verlustpunkte nach 8 Spielen. Der z.Zt. drittbeste Verein, FC St. Pauli, folgt mit einem Verlustpunkt mehr auf Platz 3. St. Pauli wurde mit 7: 0 besiegt

 

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Dezember 1951: Rückblick

In den drei Punktspielendes Monats holt der HSV bei einem Torverhältnis von 13: 2 sechs Zähler. Am 4. wird Viktoria mit 6: 1 (Hattrick von Harden) geschlagen. Acht Tage später wird der erklärte Favorit Holstein Kiel mit 4: 0 überfahren und am 18. Eintracht Braunschweig 3: 1 geschlagen. Beim Sieg über die Türkei in Istanbul steht Jupp Posipal in der deutschen Länderelf.

 

Am 24. besiegt die Mannschaft den 1.FC Nürnberg überraschend hoch mit 5: 2. Der erste Nachkriegssieg über den deutschen Rekordmeister.

 

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Januar 1952: Rückblick

Mit einem 2: 0 gegen den FC St. Pauli sicherte sich der HSV einmal mehr die Herbstmeisterschaft. Bemerkenswert deswegen, weil die Mannschaft sich aus einer mäßigen Position in der Tabelle nach vorne kämpfen konnte. Carl-Heinz Mahlmann wandte sich mit einem stark beachteten Appell an die Mitgliedschaft und rief zu bestmöglicher Mitarbeit und Einsatz aller Kräfte für den Verein auf. Unter den Familiennachrichten registrierten wir die am 19.Dezember erfolgte „Flucht“ unseres Jupp Posipal aus dem Junggesellenlager, wobei ihm seine Frau Gisela hilfreich zur Seite stand. Nun ist es nur noch ein paar Jährchen bis zur „Silbernen“.

 

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Januar 1952: Regeln für Deutschen Meister und Pokalsieger

Der Spielausschuss des DFB hat auf seiner Rüdesheimer Tagung eine Reihe wichtiger Beschlüsse gefasst. Da ist zunächst die Wiedereinführung des Pokalwettbewerbs, der im ersten Jahr wohl einer Improvisation gleichen wird. Warum man sich dafür Entschieden hat, erklärte uns DFB-Spielausschuss-Vorsitzender Hans Körfer: „Eigentlich kommt der Wunsch nach einem Pokalwettbewerb noch mehr von der Öffentlichkeit als von den Vereinen. Wir haben uns deshalb für eine möglichst baldige Durchführung entschieden.

 

Die Schwierigkeit dabei bildet die Tatsache, dass im Norden, Süden und Südwesten bisher noch kein Pokal besteht, an dem auch die kleinsten Vereine teilnehmen können. Als Vorbild konnte hier der Westen dienen, der schon im August mit den untersten Klassen beginnt, nach und nach die Bezirksklassen und Amateurligen einsetzt und dann die Vertragsspieler eingreifen lässt. Das ist ein echter Pokalwettbewerb, sodass der Westen in der Lage ist, die acht besten Mannschaften für den DFB-Pokal zu stellen. Nord und Süd müssen die acht Mannschaften auf eine andere Weise ermitteln. Das gleiche trifft für die sechs Teilnehmer aus Südwest zu. Berlin wird seine zwei Teilnehmer, ähnlich wie der Westen in einem Stadtpokal ermitteln lassen. Wir sind davon ausgegangen, den Pokalversuch mit 128 oder 64 Teilnehmer zu starten.

 

Wie aber das Beispiel aus Westdeutschland zeigt, lassen sich die regionalen Pokalrunden nicht ohne große Schwierigkeiten in den Terminplan einbauen. All das kann natürlich nur eine Übergangslösung sein. Wir wollen vor allem aus den Erfahrungen des ersten Jahres lernen. Ein Anfang muss einmal gemacht werden und 1953 wird sich dann hoffentlich schon besser eingespielt haben.

 

Für die aus süddeutschen Kreisen in letzter Zeit oft vorgeschlagenen 18ner Liga liegt bisher noch kein offizieller Antrag vor. Der DFB-Spielausschuss konnte sich daher auch nicht mit einem solchen Plan befassen. Es scheint so, als bliebe zunächst alles beim Alten.

 

Wie Hans Körfer weiter betonte, konnte sich der Spielausschuss auch nicht mit einer Erhöhung von acht auf sechzehn Endspielteilnehmer zur deutschen Meisterschaft befassen. Eine solche Maßnahme wäre eine Änderung der Spielordnung, die nur vom Beirat des DFB beschlossen werde kann.

 

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Januar 1952: Städtekampf Hamburg: Berlin

Es ist nicht geprahlt, wenn man beim Städtekampf zwischen Hamburg und Berlin von einer Tradition spricht. Als die Mannschaften am Sonntag zum 54. Male gegeneinander spielten, haben sich wohl nur wenige daran erinnert, dass 1898 zum ersten Male gespielt wurde und der HSV damals 6: 1 siegte. Es folgte nach dem Krieg eine Serie von deutlichen Ergebnissen mit 6: 1, 7: 1, 7: 2 und 5: 0 Erfolgen.

 

20.000 Zuschauer und viel Prominenz (darunter Bundestrainer Sepp Herbergen) kamen zum Millerntor, um festzustellen, was die Städtemannschaften von Hamburg und Berlin heute zu bieten haben.

 

Für Hamburg spielten vom HSV: Laband, Posipal, Krüger, Schemel, Harden, Pendorf, Eberling. St.Pauli stellte die Spieler Schönbeck, Boller, Dzur, Stender.

 

Auf der einen Seite spielte die Kombination HSV und St. Pauli, die Mannschaft der Routiniers, auf der anderen Seite eine teilweise recht junge Berliner Elf mit vielen neuen Gesichtern, in die Trainer Hanne Sobek großes Vertrauen setzte. Man konnte also einiges erwarten.

 

Doch ehe das Spiel begann, setzte Herberger seinen Fuß auf den Rasen, tat einige Schritte und sagte dann: „Das Spiel wird in den Kabinen entschieden. Heute kommt es darauf an, dass die richtigen Stiefel angezogen werden.“ Der Boden war knochenhart gefroren und die Sonne hatte nur eine dünne Oberschicht aufgetaut.

 

Die Tatsache eines wirklich schwer bespielbaren Bodens muss man berücksichtigen, wenn das Spiel kritisch bewertet werden soll. Es fehlte den Spielern der sichere Stand, es gab Rutschpartien, die die besten Gelegenheiten verdarben. Hamburg hat zweifellos verdient mir 2:0 gewonnen. Es war allerdings kein zwingender Sieg des HSV-Sturms, der meist ohne Bälle dastand, sondern die hervorragende Abwehr war der Schlüssel zum Sieg. Und doch hat sich Herberger den Namen Pendorf notiert.

 

Die Berliner kamen nur zu wenigen Tormöglichkeiten, die die Hamburger Abwehr zu vereiteln wusste. Hervorragend spielte das Verteidigerpaar Boller-Laband, ausgezeichnet waren auch Posipal als rechter Läufer und Walter Dzur gegen den Berliner Graf – aber die kannte Herberger ja schon. Die Tore für die Hamburger Auswahl erzielten Stender in der 23.Minute und nach dem Pausentee Harden in der 53.Minute.

 

Die Überraschung war Berlin, die Elf mit den jungen Talenten, die in Hamburg ausgezeichnet spielten und verrieten, das Berlins Fußball den Krisenpunkt überwunden hat und wieder Fortschritte macht. Die Berliner kombinierten gut, sie zeigten taktisches Verständnis und besaßen Reserven, um bis zum Schluss ein gleichwertiger Gegner zu bleiben.

 

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März 1952: Rückblick

Aus den fünf Punktspielen des Monats März holt der HSV acht Punkte und wird damit zum 15.Male Norddeutscher Fußballmeister. Im Einzelnen:
3.3. gegen Victoria 1: 1,
10.3. gegen Concordia 7: 1,
17.3. gegen St. Pauli 4: 1,
24.3. gegen Eimsbüttel 2: 2,
31.3. gegen Holstein Kiel 4: 1.

 

Spundflasche erweist sich als bester Elfmeterschütze des HSV und ganz Norddeutschland, 6 Strafstöße 6 verwandelt. Die 15. Norddeutsche Meisterschaft halfen miterringen: Globisch, Schnoor, Börner, Laband, Pendorf, Posipal, Liese, Krüger, Schemel, Harden, Wojtkowiak, Ebeling, Spundflasche, Klette, Wagner, Klepacz, Ertel, Grote und Meinke.

 

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April 1952: Die 2. Fußball-Herren sind Meister 1951/52

Nach mehrjähriger Unterbrechung hat unsere „Zweite“ an eine alte Tradition anknüpfen können und zum dritten Male nach dem Kriege die Hamburger Meisterschaft in ihrer Klasse heimbringen können. Ist schon jede errungene Meisterschaft ohnehin ein Leistungsbeweis, der für sich spricht, so gilt es hier nicht nur eine Meisterschaft schlechthin zu ehren, sondern insbesondere die imponierende Art und Weise, in der sie gesichert wurde, zu würdigen.

 

Man wird in den Annalen der Vereinsgeschichte langen nachblättern müssen, wenn man auf eine Meisterschaft ohne den geringsten Punktverlust stoßen will. 26 zu 0 Punkte und 59 zu 15 Tore

 

Dieses umso mehr, als es sich bei den gegnerischen „Zweiten“, immerhin oft genug um Mannschaften handelte, die sich aus Spielern der Ersten und Reserve ergänzten.

hinten:  Roehl, Lilienkamp, Schmidt, Solscheid, Körner

mitte: Prezesky, Schulz, Studt

vorne: Grzymek, Nachtigal, Küster

 

Außerdem gehören zur Stamm-Mannschaft: Dierks, Kluge, Svensson und Spiegler. Ständiger Betreuer: Arbien

 

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April 1952: Rückblick

Das letzte Punktspiel, ein 4: 4 gegen Hannover 96 am 7.April, ist ohne Bedeutung für den Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft, die zum 15. Male an den „Rothenbaum“ wandert. Erfreuliches Positivum der abgelaufenen Saison: Mit Jochen Meinke wächst ein großartiger Außenläufer heran. Beim Osterturnier geben zwei europäische Klassemannschaften am Rothenbaum ihre Visitenkarte ab – aber keine kann den HSV schlagen. Am 11.April gibt es gegen Austria Wien ein 3: 3, am 14.April gegen Partisan Belgrad ein 2: 2.

 

Einen Sonntag vor Beginn der Deutschen Meisterschaft steht Jupp Posipal als Stopper in der deutschen Nationalmannschaft, die Luxemburg 3: 0 besiegt. Am 28.April eröffnet der HSV gegen den 1.FC Nürnberg die Endrunde um die deutsche Meisterschaft mit einem 4: 2 Sieg. Es ist der erste Sieg des HSV gegen den 1.FC Nürnberg in einem Spiel um die Deutsche Meisterschaft.

 

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Quelle: HSV-Archiv
Zusammenstellung: HSV-Seniorenrat

HSV-
Archiv
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